Der Federweißer ist in Deutschland die meistgetrunkene Variante des Neuen Weins. Es handelt sich um aus weißen Rebsorten gepressten Traubenmost, dessen alkoholische Gärung gerade begonnen hat und der noch keiner Filtration unterworfen war. Grundsätzlich werden als Federweißer alle Zwischenstufen vom weißen Traubenmost bis zum fast durchgegorenen Jungwein bezeichnet, der später, nach Abschluss der Gärung, Weißwein genannt wird.
Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm vermutet um die Mitte des 19. Jahrhunderts, der Name leite sich von der alten Bezeichnung Federweiß für Alaun her, das man früher dem Wein als Konservierungsmittel zugab.[2] Da Konservierungsmittel jedoch erst in späteren Reifestadien zugesetzt werden, wird heute angenommen, dass die Hefezellen, die der Federweiße wie jeder Neue Wein als Schwebstoffe enthält, ihm wegen ihrer federweißen Farbe den Namen verliehen haben. Der Name wird wie „der Weiße“ dekliniert; man trinkt also z. B. den Federweißen.
Abhängig von der Region variieren die Bezeichnungen, die häufig Bezug nehmen auf empfundene Begleiterscheinungen wie das Prickeln auf der Zunge oder das Sausen im Kopf und im Verdauungsbereich. In Teilen Südwestdeutschlands, der Deutschschweiz und in Südtirol heißt er Suser oder Sauser, in Rheinhessen wird er Rauscher, in der Pfalz meist Najer Woi („Neuer Wein“) oder Bitzler genannt. In Franken werden die ersten, noch süßen Gärstufen als Bremser bezeichnet.
Meist wird Federweißer mit deftigen Speisen kombiniert. Klassische Kombinationen sind Federweißer und Zwiebelkuchen.